Vorderes Kreuzband

Vorderes Kreuzband

Oft steht der Kreuzbandriss am Anfang einer langen Leidensgeschichte mit Instabilität, Schmerz und Fehlbelastung. Meist sind es Sportverletzungen oder Verkehrsunfälle, die im Rahmen einer erhöhten Gewalteinwirkung auf das Knie, eine Ruptur erzeugen.

Die wichtigsten Untersuchungsverfahren zur Diagnosesicherung sind neben der Rekonstruktion des Unfallherganges, die klinische Stabilitätsprüfung und die Kernspintomographie. Mit der Kernspintomographie ist es zusätzlich möglich, Begleitverletzungen wie Meniskusrisse, Knorpelschäden und Seitenbandläsionen festzustellen.

Die Entscheidung über ein operatives oder konservatives Vorgehen, die Wahl des Operationszeitpunktes und die Transplantatwahl (Sehne) hängen von verschiedenen Faktoren ab, die im Gespräch mit dem Betroffenen eingehend geklärt werden müssen. Bei Sportlern jedoch hat die Vordere Kreuzbandplastik die beste Chance auf Heilung, zumal es nachgewiesen ist, dass es nach einer Kreuzbandruptur zu keiner Spontanheilung kommt. Die Folgeschäden einer nicht konsequent behandelten Kreuzbandruptur sind die chronische Instabilität mit Entwicklung von Sekundärschäden bis zum Gelenkverschleiß – Arthrose.

Wir unterscheiden zur Zeit zwei mögliche operative Versorgungswege der Vorderen Kreuzbandplastik:

Einzelbündeltechnik (EPT)

Die Einzelbündeltechnik oder auch isoliert mit der Semitendinosussehne) als Vierfachschlinge zur Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes ist nach wie vor die Methode der Wahl bei der operativen Versorgung des vorderen Kreuzbandes. Neben Fortschritten bei der OP Technik sind folgende Punkte für den Op Erfolg mitentscheidend:

  • Die Bohrkanalpositionierung sowohl des Oberschenkel-als auch des Unterschenkelknochens wurde optimiert. So wird heute, um eine anatomische Befestigung des VKB zu erreichen, der Bohrkanal des Unterschenkelknochens unabhängig von dem des Oberschenkels angelegt.
  • Das Bohrloch des Unterschenkels liegt im Zentrum des Ansatzareals des Vorderen Kreuzbandes liegen.
  • Die Platzierung der Bohrkanäle orientiert sich an anatomischen Landmarken.

Unter Berücksichtigung dieser und anderer relevanter Grundsätze wie Transplantatwahl, Operationszeitpunkt, Fixationstechnik und Nachbehandlung können zum jetzigen Zeitpunkt sehr gute Ergebnisse (über 95 % Erfolgsquote) mit der Einzelbündeltechnik erzielt werden.

Doppelbündeltechnik (DPT)

Die Entwicklung der Doppelbündelrekonstruktion des vorderen Kreuzbandes wurde bei ihrer Einführung als Sprung in die Zukunft der Kreuzbandchirurgie bezeichnet. Mittlerweile jedoch favorisieren viele Anhänger der Doppelbündeltechnik wieder die Einzelbündeltechnik,u.a Freddi Fu ,der Inaugurator der DPT, der 2009 dieses Verfahren als ideale Vorgehensweise für viele seiner Patienten bezeichnete. Dies wird belegt durch aktuelle Studien und Metaanalysen, die zwar die biomechanische Grundsatzidee der Doppelbündeltechnik zur Rekonstruktion des anteromedialen und posterolateralen Kreuzbandbündels hervorheben, aber ebenso betonen, dass eine signifikante Verbesserung der subjektiven und objektiven klinischen Ergebnisse derzeit noch nicht nachweisbar sei. Dies deckt sich derzeit mit unseren Ergebnissen. Wir bevorzugen die DPT bei Patienten mit starkem Pivot Shift (Dreh-Rutsch Test:Ausdruck der klinisch messbaren Rotation) und bei Revisionsoperationen.

Nachbehandlung & Rehabilitation

Im Zentrum der Nachbehandlung nach Kreuzbandplastik stehen verschiedene Behandlungsphasen, die unterschiedliche Schwerpunkte charakterisieren wie, z.b. akute Wundheilungsphase, die Zeit der Sehnen-Einheilung in die Knochenkanäle, Umwandlungszeit der Sehne in eine Bandstruktur und die Phase der Beseitigung der muskulären und neuromuskulären Defizite. Ziel dieser Behandlungen ist die aktive Kniestabilisierung, das Erreichen der vollen Beweglichkeit und achsengerechter Belastung, um dann durch Schaffen der konditionellen und koordinativen Grundlagen eine Vorbereitung zum sportartspezifischen Training anzuschließen. Erst nach Erlangen der vollen muskulären und neuromuskulären Kontrolle und Abschluss der Umbauprozesse des Sehnentransplantates ist ein risikoarmer Wiedereinstieg in belastende Sportarten sinnvoll.

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