Meniskus

Nach Schätzungen der Krankenkassen gehen rund 30% aller Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen auf das Konto von Knieverletzungen -hier insbesondere von Meniskusrissen.

Nicht nur Kontaktsportarten wie Fussball oder Handball gelten als Risikofaktoren für einen akuten Meniskusriss. Auch nicht sportlich aktive und ältere Menschen sind Belastungen ausgesetzt, die bei Bagatellverletzungen des Kniegelenks und/oder reduzierter Elastizität des Meniskusgewebes einen Riss hervorrufen können. Starke O- oder X-Beine, sowie Bänderinstabilitäten, können die Meniskusalterung ebenfalls beschleunigen. Nach gängiger Literatur, die sich mit unserer eigenen Op- Statistik deckt, wird in über 90% der Fälle der Innenmeniskus beschädigt.

Was kann ich als Ihr Arzt tun?

Zunächst gilt es bei Verdacht auf eine Meniskusverletzung – gleich welcher Ursache auch immer – die Diagnose zu sichern. Schon die Rekonstruktion des Unfallherganges, bzw. die Angaben zur Krankheitsentstehung und dem typischen Schmerzbild, in Verbindung mit einer eingehenden Funktionsprüfung geben dem erfahrenen Sportmediziner den entscheidenden Hinweis auf die Diagnose „Meniskusriss“.

Ob ein Meniskus vollständig gerissen ist, klärt  zusammen mit eingehender Erhebung der Krankheitsgeschichte und körperlicher Untersuchung, die – Kernspintomographie -, ein Verfahren, welches bezogen auf die Aussagekraft einen Stellenwert in der Meniskusdiagnostik einnimmt.

Während verletzte Menisken in früheren Jahren großzügig in offenen Operationen entfernt wurden – und damit dem Gelenkverschleiß vehement Vorschub geleistet wurde – gehen Operateure heutzutage behutsamer vor. Mit Hilfe von speziellen Geräten, so genannten Sonden, die über einen minimal invasiven Zugang – Arthroskopie- in das Gelenk eingebracht werden, wird nur soviel Gewebe entfernt, wie nötig. Diese Teilentfernung des lädierten Meniskusgewebes erfolgt mit speziellen Stanzen, Scheren und motorgetriebenen Messern. In günstigen Fällen ist es möglich, den zerfetzten Meniskus an seiner Aufhängung wieder zu befestigen – Meniskusnaht.

Operative Behandlung

Kommt es im Rahmen der konservativen Behandlung zu keiner Besserung der Schmerzen und weiter bestehender Bewegungs-und Belastungseinschränkung, so ist die operative Beseitigung des Meniskusschadens empfohlen. Alle Operationsverfahren können in der Regel arthroskopisch, minimal invasiv, mittels Gelenkspiegelung (Arthroskopie) durchgeführt werden.

Folgende operative Verfahren stehen zur Verfügung:

  • Meniskusresektion (Entfernung von beschädigtem Meniskusgewebe)
  • Meniskusnaht (Rekonstruktion des Meniskus)
  • Meniskuswurzelrekonstruktion (transossäre Meniskuswurzelfixation) und Versorgung von Rampenläsionen
  • Meniskusersatz (Meniskustransplantation)

Operation

Zu Beginn der Meniskusoperation erfolgt zunächst eine Arthroskopie (Kniegelenkspiegelung). Dieses Verfahren erlaubt dem Operateur einen Aufschluss über mögliche Schäden an den Menisken. Die Arthroskopie ist oft dann notwendig, weil selbst hochmoderne diagnostische Verfahren wie die Verwendung einer Magnetresonanztomographie (MRT) gegebenenfalls nicht immer eine sichere Diagnosestellung erlauben. Wir unterscheiden insgesamt 3 operative Verfahren (minimal invasiv) zur Behandlung des Meniskusschadens:

Meniskusentfernung

Ein modernes Standardverfahren zur operativen Behandlung von degenerativen oder nicht refixierbaren Meniskusschäden ist die arthroskopische, partielle Meniskusteilentfernung (partielle Meniskektomie) – diese Operationsmethode zur Therapie eines Meniskusschadens beruht auf dem Prinzip der ausschliesslichen Entfernung des beschädigten Meniskusgewebes. Bei diesem Operationsverfahren bleiben mindestens 50 % der Meniskussubstanz und auch der Faserring kann erhalten werden. Wesentlicher Vorteil dieser Therapiemaßnahme sind schnellere Rehabilitation, weniger postoperative Ergussbildungen und die verringerte Wahrscheinlichkeit der Entwicklung einer Arthrose des Gelenkes.

Bei der subtotalen Meniskektomie kann der Faserring manchmal erhalten werden, aber in diesem Fall werden oft über 50 % des Meniskus entfernt. Diese Vorgehensweise ist oft bei komplexen , meist älteren und verschleissbedingten  Meniskusrissen notwendig.

Die totale Meniskektomie (Entfernung des gesamten Meniskus und der zur Versorgung notwendigen vaskulären Randleiste (Blutgefäßversorgung) bis zur synovialen Grenze (Synovia – Struktur, die der Stoßdämpfung und der Ernährung des Gelenkknorpels dient) erfolgt nur noch bei absoluter Notwendigkeit. Das bringt zwar eine Beschwerdefreiheit im Kniegelenk, erhöht aber das Risiko einer Arthrose (Gelenkverschleiß).

Meniskusrekonstruktion

Meniskusnaht

Bei dieser Methode handelt es sich um ein minimal invasives Verfahren, mit welchem der beschädigte Meniskus unter Verwendung eines Nahtmaterials an der Knochenstruktur des Kniegelenks befestigt wird. Die Meniskusrefixation stellt den Goldstandard (optimale Therapieoption) bei einem Meniskusschaden dar, allerdings kann diese Therapie nur bei bestimmten Rissen beziehungsweise beim Abriss an der Kapsel genutzt werden, da nur bei dieser vorliegenden Schädigung der Meniskus wieder angenäht werden kann und somit volle Ausheilung des Meniskusschadens erfolgt.

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Meniskuswurzelrekonstruktion

Bei dieser Methode handelt es ebenfalls um ein minimal invasives Verfahren, mit welchem der an der knöchernen Anheftung abgerissene Innen-oder Aussenmeniskus -meist im Hinterhorn- mit einer transossären Auszugsnaht wieder befestigt wird. Wurzelverletzungen gelten als besonders schwerwiegende Meniskusverletzung, da sie die Funktion des Meniskus nahezu vollständig aufheben können. Aufgrund schwerwiegender Folgen dieser Verletzung und den nur unbefriedigenden Ergebnissen nach konservativer Therapie wird mittlerweile die arthroskopische Refixation der Meniskuswurzel mittels transtibialer Auszugsnaht als Therapie der Wahl angesehen.

Meniskusrampenläsion

Meniskosynoviale Läsionen (MSL oder Rampenläsionen) sind häufig mit Verletzungen des vorderen Kreuzbands (VKB) vergesellschaftet. Sie können nur eingeschränkt im Rahmen einer Routinekniegelenkspiegelung und auch in der radiologischen Diagnostik diagnostiziert werden und werden jedoch oft mit dem frühzeitigen Versagen von VKB-Ersatzplastiken gebracht. Die Inspektion des posteromedialen Kniegelenkkompartiments bei arthroskopisch gesicherter VKB-Verletzung über das Trans-notch-Portal und die Untersuchung der meniskokapsulären Strukturen mit dem Tasthaken  sollten routinemäßig durchgeführt werden. Bei der Diagnose einer MSL trägt die Reparatur zu einer signifikanten Verbesserung der Kniegelenklaxität bei und somit möglicherweise zu besseren Langzeitergebnissen bei gleichzeitig durchgeführter VKB-Ersatzplastik.

Meniskusersatz

Wurde bei einem jungen Patienten der Meniskus meist vollständig entfernt, so besteht die Möglichkeit einer Meniskustransplantation oder eines Meniskusersatzes. Die Meniskusersatz-Operation dient zum Hinauszögern der Arthroseentstehung und ist an bestimmte anatomische Voraussetzungen gebunden, so z.b.sollte der vorhandene Knorpel unbeschädigt sein, intakte Bandverhältnisse vorliegen und die Beinachse gerade sein. Eine Transplantation eines Spendermeniskus („Allograft“) ist ebenso möglich wie die Implantation von künstlich hergestelltem Meniskusersatzgewebe. Nach Implantation des Meniskusersatzgewebes bedarf es einer langen Einheilungszeit über mehrere Wochen. Aufgrund der sehr strengen Indikationsstellung wird diese Form der Meniskusoperation insgesamt eher weniger durchgeführt. Auch fehlen bisher wissenschaftliche Studien, die die Wirksamkeit dieser Methode eindeutig beweisen.

Nachbehandlung und Rehabilitation

Das Ergebnis einer Meniskusoperation hängt nicht zuletzt von den speziell durchgeführten Rehabilitationsmaßnahmen ab. Je nach Art des Eingriffs kann das Knie sofort wieder belastet oder muss noch eine Weile geschont werden. Mit dem “Behandlungskalender Meniskusoperation” geben wir ihnen vom Operationstag bis zum Wiedereintritt in die sportliche Belastung oder beruflichen Alltag einen Behandlungsfahrplan an die Hand, um eine individuelle, optimierte und abgestimmte Behandlungsabfolge zu ermöglichen.

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