Hinteres Kreuzband

Hinteres Kreuzband

Die Verletzung des vorderen Kreuzbandes ist eine sehr häufige und schwere Verletzung des Kniegelenkes. Das hintere Kreuzband (HKB) dagegen, so die Annahme, reißt deutlich seltener. Diese Annahme erweist sich in letzter Zeit zunehmend als falsch. Man weiß mittlerweile, dass bei schweren Knieverletzungen das hintere Kreuzband in fast 40% mitbeteiligt ist. Damit fehlt dem Knie ein wichtiger Stabilisator. Eine genaue Diagnostik ist deshalb enorm wichtig bei einer hinteren Kreuzbandverletzung. Nach amerikanischen Studien ist die Ursache der hinteren Kreuzbandverletzung in gut 50% der Fälle ein Trauma und immerhin in weit über30% eine Sportverletzung.

Die wichtigsten Untersuchungsmethoden zur Diagnosesicherung sind vor allem die verletzungsbedingte Vorgeschichte genau zu eruieren, die klinische Untersuchung mit Stabilitätstest, Röntgenuntersuchung mit gehaltenen Aufnahmen im Seitenvergleich und die Magnetresonanztomographie, die uns Aufschluss über die peripheren Strukturen liefert.

Therapiemöglichkeiten

Grundsätzlich sind bei Diagnostik und Therapie der HKB-Läsion akute und chronische Verletzungen zu unterscheiden. Durch die große Heilungstendenz des HKB werden isolierte Verletzungen in aller Regel konservativ behandelt. Um die Indikation zum operativen Vorgehen zu stellen, muss eine genaue Diagnostik mit Einteilung der Läsion erfolgen. Die Frage ist, welche Begleitverletzungen vorliegen. Hier ist an erster Stelle die hintere, äußere Gelenkecke zu nennen.

Bei frischen Verletzungen sind die Begleitverletzungen für die Indikationsstellung zur Operation entscheidend. Isolierte Läsionen sollten zunächst konservativ mit einer PTS Schiene für 6 Wochen behandelt werden. Knöcherne Ausrisse des HKB stellen bei Verschiebung eine operative Indikation dar. Dagegen können nicht verschobene Ausrisse konservativ behandelt werden. Bei einer radiologisch gesicherten hinteren Schublade von mehr als 12 mm kann man von Kombinationsverletzungen ausgehen. Hier sollten bei Drehinstabilitäten die hinteren-äußeren Bandstrukturen mitversorgt werden. Bei kombinierter vorderer/hinterer Kreuzbandläsion, sollte eine Rekonstruktion der Strukturen in einem Schritt vorgenommen werden.

Bei älteren chronischen hinteren Instabilitäten ist die genaue Diagnostik Grundlage für eine gute Therapie. Hier wird wieder auf die gehaltene Röntgen-Aufnahme zur Ausmessung der hinteren Auslenkung hingewiesen. Geringgradige hintere Instabilitäten von bis zu 10 mm können gut konservativ behandelt werden. Demgegenüber sollte bei mittelgradigen Auslenkungen und bei entsprechender Symptomatik eine operative Rekonstruktion vorgenommen werden. Bei kombinierten Verletzungen müssen die äußeren, geschädigten Strukturen mitbehandelt werden. Gleiches gilt für höhergradige hinteren Instabilitäten.

Als Transplantate stehen die Oberschenkelsehne, die Kniescheibensehne und die Quadrizepssehne zur Verfügung. Neben der Transplantatwahl sind die Bohrkanallage und die geeignete Fixationsmethode für den Erfolg entscheidend. Auch die Nachbehandlung nach hinteren Kreuzbandoperationen ist im Vergleich zum vorderen Kreuzband extrem wichtig und langwierig.

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